Helfende Hände über Sandra

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Kerstin

Ich bin Kerstin, 43 Jahre alt und gelernte Krankenschwester. Sandra kenne ich bereits seit Januar 2004. Sie suchte damals über das Arbeitsamt jemanden, der ihr bei den täglichen Handgriffen behilflich ist. Die Anzeige war noch nicht lange geschaltet, als ich sie las. ALS-Patientin stand im Text, ich hatte nie zuvor etwas über diese Krankheit gehört. ALS, was sollte das sein??? Ich habe mich also kurz darauf vorgestellt und sah Sandra zum ersten Mal. Habe ich ihr die Hand gegeben? Ich glaube ja! ;o( So was Blödes, heute würde mir das nicht mehr passieren, denn ich weiß jetzt, sie würde jedem gerne die Hand geben, wenn sie es noch könnte. Sandra war mir von Anfang an sympathisch. Was ich am meisten an ihr bewunderte und immer noch tue, ist ihre Kraft mit dieser Krankheit umzugehen und mit ihr zu leben. Sie strahlt trotz allem oft soviel positive Energie aus, dass ich mir gern mal eine Scheibe davon abschneiden würde. ;o)

Das tägliche Arbeiten mit Sandra ist natürlich über die Jahre schon etwas zur Routine geworden und wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team beim Anziehen, Zähneputzen, Haarewaschen oder Fönen, beim Toilettengang, Essen usw. Wir verstehen uns meist sehr gut, quatschen und lachen viel. Manchmal gibt es natürlich auch schlechte Tage bei Sandra (und bei mir), dann geraten wir schon mal aneinander. Ganz schlimm finde ich Tage, an denen Sandra weint. Ich steh dann hilflos daneben und kann ihr nicht helfen. Solche Tage möchte ich am liebsten aus dem Kalender streichen. ;o( Die besten Tage sind die, an denen wir gemeinsam über alle möglichen Dinge lachen, denn dann weiß ich, ihr geht’s gut.

Meine Wünsche an Dich, Sandra…

Ich wünsche dir, dass die Krankheit weiterhin so langsam verläuft wie bisher, du nie den Mut verlierst und so bleibst, wie du bist.

Kerstin