Freunde über Sandra

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Karin

Ich bin Karin, Jahrgang 66 und kenne Sandra seit über 15 Jahren. Wie haben wir uns eigentlich kennen gelernt??? In diesen Jahren hatten wir jedenfalls mal mehr, mal weniger Kontakt. Gerade zum Ende ihres Studiums, als Sandra bemerkte, dass ihr Körper anders reagiert, hat sich wieder ein intensiver Kontakt zwischen uns entwickelt. Auch mir ging es zu dieser Zeit nicht gut. Ich war an einer Depression erkrankt und konnte mich nur wenigen Menschen öffnen; dazu gehörte Sandra. Wir haben damals E-Mails ausgetauscht und sind uns dabei - vielleicht zum ersten Mal - wirklich begegnet. Es gibt wohl Zeiten im Leben, da kommt man nur mit der nackten, brutalen Wahrheit weiter… Seit Sandra wieder in Wolfsburg lebt, besuche ich sie unregelmäßig, aber unsere Gespräche sind intensiv und gefühlvoll. Wir begleiten uns gegenseitig durch unsere Leben und das zu wissen, ist sehr befriedigend.

Und nuneine kleine Geschichte, die aus unserem "vorigen Leben" stammt. Ja ja, lange ist es her - ich glaube im Sommer 1993 - da waren Sandra und meine Wenigkeit auf der schönen Sonneninsel Ibiza. Außer uns war noch ein Wolfsburger namens Mike dabei, mit dem sich Sandra damals das Zimmer geteilt hat. Ich kam erst zwei Tage später als die beiden auf die Insel, was zur Folge hatte, sie gleich in "Höchstform" erleben zu dürfen. Sandra war genervt von Mike und Mike war genervt von Sandra...und ich mittendrin! Zum Glück hatte ich ein anderes Zimmer, sonst hätte ich mir wahrscheinlich schon nach kurzer Zeit die Kugel gegeben. Na wie auch immer, nun waren wir drei im Punta Arabi Club und machten das Beste daraus. Sandra war wie immer sportlich an jeder Aktion beteiligt und das schon bevor der Wecker (den gibt’s ja im Urlaub eigentlich gar nicht!) das Aufstehen befahl. Aerobic, schwimmen, Bogenschießen, alles wurde ausprobiert und einstudiert. Es würde mir heute nicht mehr einfallen, bei 30 Grad im Schatten meine Pomuskeln zu stählen! Aber damals war es witzig und wir hatten unseren Spass.

Nun komme ich zu einer der vielen Anekdoten, die ich in diesem Urlaub erleben durfte. Sandra und ich beschlossen, eine Bootsfahrt zur Nachbarinsel Formentera zu machen. An diesem Tag war es windig und die Wellen des Meeres waren in Tanzlaune. Skeptisch schaute ich auf das Wasser und fragte Sandra, ob das Meer wirklich zu einem Ausflug einlud. Doch Sandra kannte sich aus und bestätigte mir, dass draußen auf "hoher See" bestimmt ruhigere Wellen hausten. Nicht wirklich überzeugt betrat ich den Kahn und setzte mich mit ihr seitlich an den Rand. Und dann ging’s los, hin und her, rauf und runter schwappten wir übers Meer. Verkrampft hielt ich mich an der Reling fest und nach ein paar Minuten wusste ich, dass das nicht lustig wird! Das Wasser wurde auch überhaupt nicht ruhiger hier draußen und noch ein paar Minuten später war mir kotzübel. Doch dann kam mir jemand zuvor... Sandra!! Ganz cool sagte sie: „Halt mal meine Sonnenbrille, ich muss kotzen!“, na und das tat sie dann auch. Fast mit Genuss hing sie über dem Geländer und fütterte die Fische. Das gab mir dann den Rest und ich tat es ihr gleich, dann wieder sie, dann wieder ich. Was für eine Bootsfahrt!

Noch zu erwähnen bleibt, dass uns gegenüber zwei Bengel saßen, die sich köstlich über unsere grünen Gesichter amüsierten. Ich bin mir nicht sicher, ob sie uns sogar auf ihrem Fotoapparat festgehalten haben. Wir konnten diesen Sinn für Humor jedenfalls nicht verstehen und sehnten uns nur nach dem Ende dieser Tour. Das kam dann auch endlich. Türkisfarbenes Wasser, Strände wie in der Karibik, ein wunderschönes Idyll, wenn man es denn genießen kann! Wir konnten es nicht... Völlig ausgelaugt suchten wir ein schattiges Plätzchen am weißen Strand und legten uns ab. Wir hatten ca. sieben Stunden Aufenthalt in diesem Paradies und diese Stunden brauchten wir, um uns zu regenerieren. Immer begleitet von dem Gedanken, dass wir ja auch wieder zurück fahren mussten, mit dem Boot, auf wilder See! So verbrachten wir den Tag nur mit "schwarzen Gedanken" und flauem Magen... was für ein "Paradies"!!! Abschließend sei noch erwähnt, dass die Rückfahrt weniger magenleerend verlief, jedenfalls für uns zwei. Wir erhielten nämlich den Tipp, uns breitbeinig stehend oben auf dem Boot aufzuhalten. Das würde die Wellen ausgleichen und den Magen schonen... und das half! So konnten wir von oben den anderen Passagieren beim kotzen zugucken! Wir verließen das Boot bereits an der ersten Anlegestelle und liefen den Rest glücklich zu Fuß nach Hause in unseren Club.