Betroffene über sich

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Holger Hoschke

Jeder fragt sich, was machst du, wenn du im Lotto gewinnst oder tot krank bist.... genau die Themen besprachen wir mal vor meiner ALS auf der Arbeit. Ich war Reparaturschlosser im Stahlwerk am Hochofen im 3-Schicht-System. Eine tolle Truppe (7 Mann) waren wir. TJA, IM LOTTO HAB ICH NICHT GEWONNEN!

In meiner Freizeit spielte ich im Verein Fußball, joggte und ging in die Muckybude (wer gut aussehen will, muss leiden...haha). 1996 im Hollandurlaub spielte ich mit meinem Jungen Fußball. Beim Torschuss konnte ich nicht richtig gegen den Ball treten. Komisch. Am nächsten Tag wollte ich joggen – kurz warm machen und los. Nach 100 m zog ich mein linkes Bein nach. WAT WAR LOS? Normales laufen ging! Naja, joggste halt nicht.

Aus dem Urlaub zurück, auf der Arbeit zuckten meine Muskeln. Lustig, dachte ich. Zuhause fragte mich meine Frau etwas. Ich antwortete unüblich laaannngsaam. Ab zum Doc: Belastungs-EKG etc. werden gemacht. „Sie sind fit wie ein Turnschuh Herr Hoschke“ meinte der Doc. Auf der Arbeit stürzte ich bei Gasarbeiten schwer. Ich stolperte plötzlich grundlos! Es folgte ein großer Check in der Uni-Klinik Düsseldorf: CT, NERVENMESSUNG PLUS NERVENWASSERENTNAHME usw. Entlassung. „Kommen Sie in 3 Monaten wieder.“

Wiederholter Arbeitsunfall. Kurzer Check in der Uni-Klinik Bonn. „HERR HOSCHKE, SIE WERDEN IN SPÄTESTENS 4 JAHREN ERSTICKEN SIE HABEN ALS!“ -.-.-.-?? Wie? Wat? Wieso? Ein Loch tat sich auf, innere Leere.

1997 erster Rollstuhl
1998 Sprachverlust
2000 Arme zu 98 % gelähmt
seit 2000 steht meine ALS!
keine Luftprobleme
Essen und Trinken fast normal
Kraft in Beinen
ich kann Worte buchstabieren

2007 fast mein ko, meine Ehefrau verließ mich. Scheidung! Nun leb ich mit 43 Jahren im Heim, strebe aber mit Hilfe einer 24-Stunden-Betreuung ein eigenständiges Leben in einer Wohnung an.