Betroffene über sich

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Detlef Meißner († 2009)

Hallo, auch ich möchte mich bei Sandra vorstellen, mein Name ist Detlef Meißner, ich bin 43 Jahre alt und lebe etwas außerhalb von Berlin mit meiner Freundin Heidi zusammen. Wir, meine Heidi und ich, sind mittlerweile seid 18 Jahren ein Paar, wir haben bis jetzt alle Höhen und Tiefen im Leben gemeinsam gemeistert, haben mehrere Betriebe mit weit mehr als 100 Mitarbeitern aufgebaut und werden auch diese Hürde überwinden. (Schade nur, dass ich diesmal auf der scheiß Seite im Leben stehe)

Mitte 2005 habe ich die ersten Anzeichen verspürt, dass mit mir irgendetwas nicht stimmt, mein Oberkörper speziell meine Arme zuckten immer so merkwürdig, dazu kam, dass ich keine Kraft mehr in meiner linken Hand hatte. Ende Oktober konnte ich auf einmal nicht mehr joggen und beim Rad fahren oder beim spinning hinkte mein linker Fuß seltsam hinterher, da beschloss ich mich untersuchen zu lassen. Ich ging also gleich Anfang November ins Krankenhaus, neurologische Abteilung – BINGO – ich war genau richtig, sie haben mich gleich dabehalten. Nach zahlreichen Untersuchungen habe ich am 17 Nov. 2005 genau zwei Wochen nach meinem 42. Geburtstag mein Todesurteil bekommen.

ALS? Was ist das? Unheilbar? Tödlich? Ich doch nicht !!! Der spinnt doch!!! Nach ausreichend Information im Internet wusste ich sofort bescheid was auf mich zukommt, die Krankheit kannte ich, aber nicht den Namen dazu. Mittlerweile bin ich bereits dermaßen eingeschränkt, dass ich nichts mehr ohne fremde Hilfe machen kann. Nach nur 5 Monaten saß ich bereits in Rollstuhl und jetzt nach nur einem Jahr habe ich schon große Probleme mit dem Atmen, Schlucken und Sprechen. Es gibt aber auch noch Gutes, ich habe das Glück im Unglück, dass meine ganze Familie geschlossen hinter mir steht, dass meine liebe Heidi alles nur erdenkliche macht, dass es mir lebenswert bleibt und ich nicht die Lust am Leben verliere. Auch die meisten meiner Freunde und Mitarbeiter stehen nach wie vor hinter mir und helfen wo es nur geht.

Bis dahin war mein Leben völlig in Ordnung, meine Firmen funktionierten gerade ohne mich, so dass ich eigentlich vorhatte jetzt wieder meinem Sport intensiver nachzugehen und mit meiner Heidi etwas mehr Urlaub zu machen. Ich habe die letzten Jahre sehr hart gearbeitet, 14 bis 18 Stunden am Tag waren fast normal, zwischendurch noch regelmäßig Sport, im Sommer 3-mal wöchentlich 35km hin zur Firma und 35km zurück, alles natürlich mit dem Mountainbike. An den Wochenenden war ich immer beim Motocross- oder Supermoto-Training, egal welches Wetter gerade war. So habe ich mich für den täglichen Stress fit gehalten, auch meine Ernährung war eigentlich immer sehr gesundheitsbewusst. Ich habe sehr auf einen Abwechslungsreichen Speiseplan geachtet und auch Alkohol war kein Thema für mich, nur zu gegebenem Anlass.

Dir liebe Sandra möchte ich danken, dass du uns die Möglichkeit gibst uns auf deiner HP vorzustellen.