Betroffene über sich

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Wolfgang Peter

Hallo. Mein Name ist Wolfgang Peter. Gerade bin ich 48 Jahre alt. Ich komme aus dem schönen Thüringen, genau aus Eisenberg. Seit 29 Jahren bin ich verheiratet und habe 2 Töchter, 27 Jahre und 29 Jahre alt. Bald werde ich noch Opa. Mein ganzes bisheriges Leben war ich aktiv, ein Workaholic und Weltbereisender. Ich habe viele Jahre als Bautischler gearbeitet, mein Traumberuf, meine Berufung. Wir haben die halbe Welt bereist. Florida und Kuba, Dominikanische Republik und Venezuela, Kenia und Bali, Dubai und Zypern und noch viele andere Länder. Alle Kontinente ausprobiert, sind wir in einem Land hängen geblieben. Unser absolutes Traumland – Thailand. Hier stimmt alles. Kurz gesagt, mir ging es sehr gut. Ich war mit meinem Leben zufrieden.

Doch dann schlich sich die AllerLetzteScheiße in mein Leben. Begonnen hat alles Anfang 2006. Wir waren im Urlaub in Thailand und ich wollte meinen Tauchschein machen. Die Sauerstoffflaschen auf meinem Rücken wurden immer schwerer, meine Kraft verließ mich. Andere hatten keinerlei Probleme. Geschafft habe ich ihn trotzdem. Ich bin eine Kämpfernatur. Abends fiel ich plötzlich einfach hin, obwohl ich nicht viel getrunken hatte. Und so nahm die ALS ihren Lauf. Im Mai/Juni 2006 konnte ich keine kleinen Dinge mehr festhalten, schwere Sachen nicht mehr alleine tragen. Meine Hände versagten immer öfter ihren Dienst. „Karpaltunnelsyndrom“ wurde diagnostiziert. Kleine OP, kurz Gips – dann sollte alles wieder okay sein. Doch nichts war okay, es wurde nur schlimmer. Ich wies mich selbst in die Neurologische Uni – Klinik in Jena ein. 1 Woche Tests….

Tränen, Trauer, Wut und Verzweiflung bestimmen seitdem mein Leben. Meine Diagnose lautete ALS, „amyothrophe Lateralsklerose“. Was für ein hässliches Wort. Seit August gehe ich nicht mehr arbeiten, sitze im Garten rum und komme um vor Sehnsucht nach Arbeit. Doch es geht einfach nicht. Meine Hände sind manchmal unbrauchbar, noch kann ich laufen, doch es fällt mir schwer. An seltsame Blicke von anderen Leuten habe ich mich mittlerweile gewöhnt und ich lerne gerade, Hilfe von anderen anzunehmen. Ist nicht immer leicht.

Ich finde es sehr schön, dass andere Betroffene hier die Möglichkeit bekommen, sich selbst vorzustellen. Ich würde mich auch sehr über Besuche auf meiner Homepage freuen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. www.wolfgang-peter.net

Allen Betroffenen wünsche ich weiterhin viel Mut, Kraft und Durchhaltevermögen.