Betroffene über sich

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Birgit Kirsch

Mein Name ist Birgit Kirsch, ich bin 48 Jahre alt, verheiratet seit fast 25 Jahren und habe 2 erwachsene Söhne. 1983 sind wir von meiner Heimatstadt Bielefeld nach Goslar gezogen, da mein Mann hier einen Arbeitsplatz nach seinem Studium gefunden hatte. Ich hatte mich 13 Jahre lang mit den Kindern, Haus und Garten beschäftigt, sodass mir mein erlernter Beruf Rechtsanwaltsgehilfin nicht fehlte. 1996 wollte ich es dann nochmals wissen und hatte nach einem intensiven Computerkurs eine Stelle als Bürokraft in einem kleinen Autohaus gefunden.

Mit 16 Jahren begann ich Fußball zu spielen und bin diesem Sport bis 2002 treu geblieben, allerdings mit gelegentlichen Pausen. Also an sportlicher Untätigkeit hat es nicht gelegen, dass mich meine Motoneuron-Erkrankung erwischte. Anfang 2003 fing es in der rechten Hand an und die Tournee durch die Arztpraxen und Krankenhäuser begann. Meine Diagnose hat den Namen „Motoneuron-Erkrankung“, da bisher nur das 2. Motoneuron betroffen ist und man den weiteren Verlauf abwarten muss. Diesen wollte ich nicht untätig abwarten und bin verschiedenen Ursachengedanken nachgegangen. Dabei bin ich u.a. aufgrund von zurückliegenden Zeckenbissen auf eine diagnostizierte Borreliose gestoßen. Inwieweit diese Ursache oder zusätzlich vorhanden ist, versuche ich seit einem Jahr mit Antibiotika-Infusionen heraus zu bekommen. Bislang ohne ersichtlichen Erfolg.

Seit Oktober 2004 bin ich erwerbsunfähig und habe seit Juni 2005 Pflegestufe 2. Mittlerweile sind beide Arme nur noch Zierde und die Beine sind auch nicht mehr das Wahre, sodass ich für unterwegs lieber einen Rollstuhl mitnehme. Seit 2 Wochen besitze ich ein Maskenbeatmungsgerät für nachts, woran ich mich erst noch gewöhnen muss. Aber das Einstellen auf neue Situationen wird langsam zur Routine. Mein großes Glück ist, das mein Mann seit Anfang 2006 die Vorruhestandsregelung gewählt hat und ich somit gut versorgt bin. Ich versuche, mit der Krankheit zu leben und ihr mit Galgenhumor und positiver Einstellung entgegen zu treten. Ein Nebeneffekt liegt darin, dass mein Mann seinen Erfindergeist bezüglich dem Erhalt meiner Selbstständigkeit voll entfalten kann. Falls etwas total Bahnbrechendes dabei herauskommt, dann werde ich es kundtun, versprochen.

Ich möchte mich auf diesem Wege bei Sandra für diese tolle Homepage bedanken. Sie hat so viele Erfahrungen und Empfindungen beschrieben, die meinem Leben so unheimlich gleichen.